27.04.2013 / Inland / Seite 8

»Das will heißen: Geh nach Hause«

Gericht lehnt Prozeßkostenhilfe für KZ-Überlebenden ab, der Schmerzensgeld von der Bahn einklagen will. Gespräch mit Hans-Rüdiger Minow

Gitta Düperthal
Hans-Rüdiger Minow ist Vorstandssprecher des Vereins »Zug der Erinnerung«

Die Initiative »Zug der Erinnerung« kritisiert die Deutsche Bahn (DB)AG, weil diese anläßlich eines Prozesses vor dem Frankfurter Landgericht behauptete, Inhaftierung und Freiheitsberaubung von Millionen KZ-Deportierten in der Nazizeit hätten außerhalb ihres Einflußbereichs gelegen. Worum geht es in dem Prozeß?

Kläger ist ein 88jähriger Überlebender des Holocaust, den die Deutsche Reichsbahn als 17jährigen 1942 in mehrere Lager verschleppt hatte, wo er für die Deutsche Lufthansa kaserniert und als Zwangsarbeiter ausgebeutet wurde. Wie viele andere hat er die Zwangsverschleppung in der Bahn erleben müssen – wofür er entschädigt werden wollte. Heute lebt er in ärmlichen Verhältnissen in der Ukraine. Sowohl die DB AG wie auch die heutige Lufthansa lehnen ab, Entschädigung oder Schmerzensgeld zu zahlen. Die Deutsche Bahn AG behauptet, nicht Nachfolgeorganisation der NS-Reichsbahn ...

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