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20.04.2013 / Geschichte / Seite 15

Von der Realität überholt

Die Rote Armee Fraktion löst sich 1998 mit einer Erklärung auf

Jürgen Heiser
Mit Poststempel vom 20. April ging 1998 im Kölner Büro der Nachrichtenagentur Reuters ein achtseitiges Faltblatt ein. Aufgabeort war das sächsische Chemnitz. In dem Schreiben erklärte die westdeutsche Rote Armee Fraktion (RAF) ihre Auflösung: »Vor fast 28 Jahren, am 14. Mai 1970, entstand in einer Befreiungsaktion die RAF: Heute beenden wir dieses Projekt. Die Stadtguerilla in Form der RAF ist nun Geschichte. (…) Ab jetzt sind wir, wie alle anderen aus diesem Zusammenhang, ehemalige Militante der RAF.«

Sechs Jahre zuvor hatte die RAF in einer Stellungnahme vom 10. April 1992 bereits erklärt, »die Eskalation zurückzunehmen« und »Angriffe auf führende Repräsentanten aus Wirtschaft und Staat« einzustellen. Schon da konstatierten die Militanten eine »völlig veränderte Situation im weltweiten Kräfteverhältnis« und suchten nach Schulterschluß mit den sozialen Bewegungen. Die letzte Aktion der RAF erfolgte ein Jahr später am 30. März 1993: Die Sprengung ...

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