30.03.2013 / Thema / Seite 10

Ein widersprüchlicher Papst

Hintergrund. Franziskus I.: Traditionalistische Katholiken gehen auf Distanz, Befreiungstheologen setzen ihre Hoffnung in ihn

Adalbert Krims
Die Wahl des argentinischen Kardinals Jorge Mario Bergoglio und seine ersten öffentlichen Auftritte als Papst haben weltweit ein enormes Medienecho ausgelöst. Nachdem erstmals in der Neuzeit ein Papst zurückgetreten war, ist zum ersten Mal ein Lateinamerikaner (und Jesuit) zum Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche gewählt worden. Bergoglio war schon als Erzbischof von Buenos Aires durch seinen bescheidenen Lebensstil und sein Eintreten für die Armen aufgefallen, was ihm dort auch den Namen »Kardinal der Armen« eingetragen hatte. Die Wahl des Papstnamens »Franziskus« (in Anlehnung an den Bettelmönch Franz von Assisi im Mittelalter) sowie bewußte Abstriche vom päpstlichen Pomp bei seiner Amtseinführung machten den Argentinier zusätzlich populär. Andererseits war der Beginn des neuen Pontifikats von der Diskussion über die Rolle des damaligen Jesuitenprovinzials Bergoglio während der Militärdiktatur in Argentinien überschattet.

Bergoglio wurde am 17. De...

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