Gegründet 1947 Freitag, 26. April 2019, Nr. 97
Die junge Welt wird von 2181 GenossInnen herausgegeben
22.03.2013 / Thema / Seite 10

Totenschein für die Republik

Geschichte. Am 23. März 1933 wurde das »Ermächtigungsgesetz« angenommen. Ein Startbeitrag zur Konsolidierung der faschistischen Diktatur

Kurt Pätzold
Einer der Abgeordneten, die an jenem Tage mit Ja stimmten, hieß Theodor Heuss. Er gehörte zu der auf fünf Abgeordnete zusammengeschmolzenen Gruppe der Deutschen Staatspartei (vordem Deutsche Demokratische Partei), die nach vorausgegangenen Debatten über Zustimmung, Stimmenthaltung oder Ablehnung sich entschied, den Gesetzentwurf der Regierung Hitler-Hugenberg gutzuheißen. Das hat der Karriere des Mannes nach 1945 keinen Abbruch getan. Er wurde, als die Alliierten die Neugründungen zugelassen hatten, Vorsitzender der Freien Demokratischen Partei (FDP) und 1949 zum ersten Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt.

Wenn ein Politiker mit dieser Vergangenheit das Amt des Staatsoberhauptes übernahm, blieb über den in diesem Staate vorherrschenden Umgang mit der Vergangenheit kein Zweifel mehr, zumal Heuss vor dem Untersuchungsausschuß, dem auch er sich stellen mußte, sich nicht einmal von seinem Votum distanziert hatte. Er redete sich darauf hinaus, ...

Artikel-Länge: 23497 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €