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14.03.2013 / Inland / Seite 5

»Staatliche Drohgebärde«

Hamburger Jobcenter-Mitarbeiterin prangert Hartz-IV-System an und bekommt Ärger. Erwerbslose und Kollegen bekunden Solidarität

Susan Bonath
Zwang, Repressalien, Residenzpflicht: Seit zehn Jahren sind Erwerbslose im Hartz-IV-Bezug nicht nur den rigiden Paragraphen der Sozialgesetzbücher ausgesetzt, sondern meist auch der Willkür einzelner Jobcenter-Mitarbeiter. Inge Hannemann hält das für grundgesetzwidrig. Seit etwa einem Jahr betreibt sie deshalb einen Blog im Internet. Dort prangert sie die Hartz-Gesetze an und weist auf Mißstände in Jobcentern und Arbeitsagenturen hin. Sie fordert die Achtung der Menschenwürde, plädiert für eine sanktionsfreie Grundsicherung und gibt Erwerbslosen Tips. Das Besondere ist: Inge Hannemann arbeitet selbst in einem Hamburger Jobcenter, betreut dort unter 25jährige. Den Vorgesetzten gefällt die »Nebentätigkeit« ihrer kritischen Mitarbeiterin gar nicht. Immer wieder forderte die Geschäftsleitung Hannemann auf, den Blog einzustellen, bestellte sie vorige Woche schließlich zu einer Anhörung. Das hat eine Solidaritätswelle ausgelöst, und zwar vor allem unter Erwerbs...

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