06.03.2013 / Inland / Seite 4

Urteil ohne Beweiskraft

Gefängnisstrafe für Antifaschist Tim H.: Wortlaut des angeblichen Aufrufs zum Durchbrechen einer Polizeisperre wird in schriftlicher Urteilsbegründung nicht einmal genannt

Claudia Wangerin
Warum der 36jährige Antifaschist Tim H. eine knapp zweijährige Haftstrafe absitzen soll, kann auch die nun vorliegende schriftliche Urteilsbegründung nicht erklären. Im Januar hatte ihn das Amtsgericht Dresden wegen eines »besonders schweren Falles« von Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung zu 22 Monaten ohne Bewährung verurteilt.

Am 19. Februar 2011 soll Tim H. beim alljährlichen Protest gegen den »Gedenkmarsch« von Neonazis zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens Hunderte Gegendemonstranten dazu aufgerufen haben, eine Polizeisperre zu durchbrechen.

Nach Überzeugung des Gerichts war es Tim H., der an jenem Tag rund 500 Personen aufforderte, eine Sperre von 14 Polizeibeamten zu attackieren. 100 teilweise vermummte Personen – sollen den Beamten in mehreren »Angriffswellen« zu Leibe gerückt sein, einige hätten dabei Pyrotechnik, Steine, Latten und Flaschen als Wurfgeschosse benutzt. Tim H. selbst konnte derartiges nicht v...



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