28.02.2013 / Inland / Seite 5

In letzter Minute

200 Demonstranten wollten angedrohte Zwangsräumung in Berlin-Reinickendorf verhindern. Die wurde durch das Landgericht aufgeschoben

Alexandra Kimel
Eine für den gestrigen Mittwoch angedrohte Zwangsräumung im Berliner Stadtteil Reinickendorf konnte dank massiver Proteste zunächst verhindert werden. Um acht Uhr morgens versammelten sich rund 200 Menschen vor dem Haus der gesundheitlich schwer beeinträchtigten 67jährigen Rosemarie F., um eine Kundgebung abzuhalten und Schutz vor der bevorstehenden Polizeiaktion zu bieten. Die Ordnungskräfte versuchten den reibungslosen Ablauf der Wohnungsauflösung durch Absperrgitter und Hunde zu gewährleisten. Am Rande der Kundgebung kam es nach Aussage eines Protestteilnehmers zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Es gab Verletzte und eine Festnahme.

Die anwesende Gerichtsvollzieherin brach die Räumung plötzlich ab, obwohl das Schloß der Wohnung bereits ausgetauscht gewesen sein soll. In einer im Anschluß verbreiteten Stellungnahme des Landgerichts hieß es, »die Schuldnerin« solle »vor einer unbilligen Härte durch die drohende Zwangsvollstreckung« geschützt werden...

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