02.02.2013 / Inland / Seite 4

Tagelöhner an den Schulen

Hunderte Lehrer bekommen in Berlin nur befristete Verträge: Arbeit für zwei Monate und keine Gehaltsfortzahlung in den Ferien

Wladek Flakin
Als Will Ramsay (Name von der Redaktion geändert) zum letzten Mal in einer Berliner Grundschule Musikunterricht gab, schenkte ihm die Klasse 4a ein Abschiedsbuch, in das jeder etwas gemalt hatte. »Sie sind der beste Lehrer der Welt«, hieß es von einer zehnjährigen Schülerin.

Doch Ramsay, der aus New York stammt, ist kein älterer Herr, der in Pension geht. Er ist 26 und arbeitete ein halbes Jahr als Vertretungslehrer für Musik und Englisch in einer Schule in Berlin-Reinickendorf. Dann kamen die Sommerferien und sein Vertrag lief aus. Bis zum Ende der Ferien mußte er sich mit anderen Jobs über Wasser halten: »Ich kann nicht mal Arbeitslosengeld beziehen, ohne meine Aufenthaltsgenehmigung zu gefährden, obwohl die Arbeitslosenversicherung jeden Monat von meinem Gehalt abgezogen wird«, sagt er.

Seit September arbeitet er in einer Reinickendorfer Sekundarschule – wie immer laufen die Verträge nur zwei Monate. Er hat jetzt drei Verträge hintereinander an...



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