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29.01.2013 / Feuilleton / Seite 12

Clown seiner Klasse

Ein Stück über deutsche Soldaten an der Berliner Schaubühne

Anja Röhl
Die Idee, Wolfgang Borcherts Kriegsheimkehrerdrama »Draußen vor der Tür« (1947) mit Aussagen deutscher Soldaten zu kombinieren, die während des Zweiten Weltkriegs in britischer und amerikanischer Gefangenschaft abgehört wurden, erschien vielversprechend. So verschlug es mich am Freitag in die Berliner Schaubühne, obwohl ich kein Schreitheater mag. Die Inszenierung von Volker Lösch, die hier Premiere hatte, ging leider zum Teil in die befürchtete Richtung.

Bei Borchert trägt der Heimkehrer Beckmann innere Monologe vor, hadert: »Wir sind ermordete Mörder«, das wirkt oft getragen und redundant. In der Schaubühne wird der Text nun auf eine Gruppe von Soldaten verteilt, die in grauen Decken durch eine schwarzrotgoldene Plüschlandschaft hoppeln und das Publikum anschreien. Warum die traurig angelegten Selbstgespräche mit solcher Aggressivität vorgebracht werden, erläutert das Programmheft. Borcherts Stück sei bis heute so beliebt, weil es den Soldaten von sein...

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