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03.01.2013 / Thema / Seite 10

Der deutsche Vernichtungsidealismus

Morgen vor hundert Jahren starb Generalfeldmarschall Alfred Graf von Schlieffen. Er ist einer der bedeutendsten Untoten der deutschen Gegenwartsgeschichte

Otto Köhler
Oberst Georg Klein sagte knapp und vernehmlich: »Vernichten!« Mit diesem Massenmordbefehl wurden am 3. September 2009 weit über hundert ahnungslose afghanische Zivilisten bei Kundus ums Leben gebracht. Das Massaker blieb nicht ungesühnt. Der deutsche Kriegsminister Thomas de Maizière beförderte den so geschaffenen Helden der Bundeswehr zum Brigadegeneral und zum Leiter des neuen Bundesamtes für Personalmanagement der Bundeswehr. Korrekte Begründung: Klein sei für diese Tätigkeit »gut geeignet« und erfülle alle fachlichen Voraussetzungen. Richtig: Klein verkörpert das deutsche Ideal der Vernichtung des Feindes.

Zwei Jahre zuvor, 2007, hielt der Bundeswehroffizier Wolfgang Petter vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt im 23. Band der repräsentativen, von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften herausgegebenen und noch unvollendeten »Neuen Deutschen Biographie« fest: »Das seit Könggrätz, Metz und Sedan selbstverständliche und von S. in seinen Cannae-S...

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