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17.12.2012 / Inland / Seite 4

»Irrtum« mit Todesfolge

Geldstrafe im Fall Oury Jalloh: Kritiker werfen Justiz mangelnden Aufklärungswillen vor

Susan Bonath
Genau 120 Tagessätze à 90 Euro wegen fahrlässiger Tötung: Das Urteil im Prozeß um den Feuertod von Oury Jalloh, das die Magdeburger Strafkammer am Donnerstag gegen den Polizeibeamten Andreas Schubert fällte, sorgt für Unmut bei Menschenrechts- und Flüchtlingsaktivisten. So klärte das Gericht erneut nicht auf, was am 7. Januar 2005 wirklich im Keller des Dessauer Polizei­reviers geschah und wer das Feuer legte. Massiv kritisiert wurde auch die Urteilsbegründung der Vorsitzenden Richterin Claudia Methling. Am Fall Oury Jalloh sind bisher zwei Gerichte und ein Untersuchungsausschuß im Landtag von Sachsen-Anhalt gescheitert, weil Polizisten logen, täuschten und Beweismittel verschwinden ließen.

Methling begründete den Schuldspruch damit, daß Schubert als Dienstgruppenleiter den Flüchtling bereits zu Unrecht festnehmen, einsperren und fesseln ließ, ohne ihn genügend zu überwachen. Jalloh hatte drei Promille Alkohol im Blut. Ein-Euro-Jobberinnen von der Stadtr...

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