13.12.2012 / Feuilleton / Seite 12

Ein gigantisches Mißverhältnis

Wer braucht die Narration und das Soziale? Ein »Hobbit«-Film jedenfalls nicht

Peer Schmitt
Der Grenzbeamte von Mittelerde blickte mich mißtrauisch an: »Der Grund der Einreise ist geschäftlich oder zum Vergnügen?« »Geschäftlich, rein geschäftlich«, sagte ich wahrheitsgemäß. »Ob’s Spaß macht, habe ich ernsthaften Grund zu bezweifeln.« Er blinzelte nicht mal und stempelte routiniert meinen Paß ab. Ich war endlich im Hobbitland. Noch durfte ich hoffen, da unbeschadet wieder rauszukommen: »In a hole in the ground there lived a hobbit«. In einem Erdloch lebte einmal ein Hobbit. Sollte ausgerechnet das einer der wirkungsmächtigsten Eröffnungssätze der Literatur des 20. Jahrhunderts gewesen sein? Ich will es nicht glauben. Aber vieles am abenteuerlichen Erfolg der ihm nachfolgenden Geschichte deutet darauf hin. J.R.R. Tolkiens »The Hobbit« ist zunächst nicht mehr als die Geschichte eines als gartenzwergähnliches Fabelwesen getarnten britischen Kleinbürgers der 1930er, der sich naturgemäß hauptsächlich um sein Abendbrot und die Vermögensverhältnis...

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