27.10.2012 / Feuilleton / Seite 12

Geißler geißeln sich

Ernstnehmen, das Schwierigste überhaupt: Wagners »Parsifal« in Berlin

Andreas Hahn
Eine der klarsten, wenn auch wortverliebtesten Inhaltsangaben von Richard Wagners »Parsifal« hat Thomas Mann 1933 angefertigt: »Das Kindliche mit dem Erhabenen zu vereinigen mag großer Kunst auch sonst wohl gelungen sein; die Vereinigung aber des Märchentreuherzigen mit dem Ausgepichten, der Kunstgriff, das Hochgeistige als Orgie des Sinnerausches zu verwirklichen und ›populär‹ zu machen, die Fähigkeit das Tiefgroteske in Abendmahlsweihe und klingenden Wandlungszauber zu kleiden, Kunst und Religion in einer Geschlechtsoper von größter Gewagtheit zu verkoppeln und derlei heilige Künstlerunheiligkeit mitten in Europa als Theater-Lourdes und Wundergrotte für die Glaubenslüsternheit einer mürben Spätwelt aufzutun – dies alles ist nur romantisch ...«

»Parsifal« beinhaltet so ziemlich alles, was ironische Sexschauergeschichten bis heute fast ungebrochen erfolgreich zu leisten vermögen mit ihren Brückenschlägen zwischen dem Esoterischen und ...

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