27.10.2012 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Der revolutionäre Prozeß ist nicht abgeschlossen«

Gespräch mit Christine Buchholz. Über die anhaltenden sozialen Auseinandersetzungen in Ägypten und Tunesien, die Macht der Generäle, Geld von Golfstaaten und das Zerrbild vom »Winter der Islamisten«

Rüdiger Göbel
Christine Buchholz ist friedenspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag und im Bundesvorstand ihrer Partei. Sie hat sich im vergangenen Monat mit ihrer Fraktionskollegin Annette Groth einen Eindruck von den sozialen Umwälzungen in Ägypten und Tunesien verschafft.

Sie waren im September in Ägypten und Tunesien, haben dort mit zahlreichen Aktivisten, Gewerkschaftern und Politikern verschiedenster Couleur gesprochen. Welchen Eindruck haben Sie gewonnen – wer hat die Macht in Kairo, die Muslimbrüder mit Präsident Mohamed Mursi oder das Militär?

Zunächst einmal habe ich den Eindruck gewonnen, daß die Revolution noch nicht vorbei ist. Als wir ankamen, waren wir mit einer ungeheuren Streikwelle konfrontiert. In den Monaten August und September wurden 1480 Arbeitskämpfe im Land gezählt. Busfahrer, Hafenarbeiter, Lehrer, Metallarbeiter, Ärzte – es scheint, als sei keine Branche ...

Artikel-Länge: 19041 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe