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01.10.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Statt Zuschuß Schulden

Erwerbslose Existenzgründer in Deutschland sollen sich selbst aus dem Elend befreien – sagen Politiker. Das vermeintliche Zauberwort heißt Mikrokredite

Gerhard Klas
In der Krise wird vor allem bei denjenigen »gespart«, die sowieso wenig haben: Den Erwerbslosen. In Deutschland sollen sie sich jetzt selbst aus der Misere befreien – mit Hilfe von Mikrokrediten.

Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, hat einen Traum: Erwerbslose schaffen sich selber eine Arbeit, ohne öffentliche Mittel, ganz aus eigener Kraft. »Deswegen haben wir einen Mikrokreditfonds aufgelegt für ganz kleine, ganz junge Unternehmen, die üblicherweise keinen Kredit am Markt bekommen«, so von der Leyen. Maximal 20000 Euro bekommt ein Existenzgründer, Laufzeit drei Jahre. »Ohne bankübliche Sicherheiten«, schwärmt die Herrin der staatlichen Jobcenter, »ganz unbürokratisch, ganz unkompliziert – nach Antragstellung ist der Kredit meistens schon nach einer Woche bewilligt«.

Riesiges Einsparpotential

Vor allem Erwerbslose, im Idealfall mit Migrationshintergrund und weiblich, sollen von den neuen Segnungen profitieren. 100...

Artikel-Länge: 5708 Zeichen

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