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19.09.2000 / Ausland / Seite 0

Kurden - ein geschändetes Volk

Irakisch-Kurdistan: Innere Konflikte und äußere Bedrohung (Teil 1)

Erhard Thiemann

Angesichts der offensichtlichen Planungen der USA, noch vor den Präsidentschaftswahlen einen massiven Militärschlag gegen Irak zu führen, gewinnt das Schicksal der Kurden in dieser Region wieder an internationalem Interesse. Das Territorium des kurdischen Volkes (etwa 35 Millionen Menschen) wurde mit dem Verfall des Osmanischen Reiches nach dem Sykes-Picot-Abkommen im Jahre 1916 unter den vier Staaten Türkei, lran, Irak und Syrien aufgeteilt. Im Irak siedeln die Kurden (über fünf Millionen Menschen) vor allem in den nördlichen Provinzen Dohuk, Arbil, Sulaimania und Kirkuk (Südkurdistan).

Politische Eigenständigkeitsbestrebungen unterschiedlichen Grades und unterschiedlicher Intensität der kurdischen Parteien wurden auch im Irak, vor allem unter der seit 1968 herrschenden Baath-Partei, niemals akzeptiert. Dabei hatte die Politik der Kurden-Parteien im Irak bisher nicht mehr und nicht weniger als eine politische Autonomie innerhalb des irakischen Staats...

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