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20.09.2012 / Ausland / Seite 2

»Antifaschisten stehen auf einer schwarzen Liste«

Estlands Regierung unterstützt jährliches Veteranentreffen der Waffen-SS – keine Partei protestiert. Gespräch mit Andrej Zarenkov

Frank Brendle
Andrej Zarenkov ist Sprecher der Organisation »Welt ohne Nazismus« in Estland

Für den 22. September, den Tag der Befreiung der estnischen Hauptstadt Tallinn durch die Rote Armee im Jahr 1944, planen Sie eine antifaschistische Konferenz. Um was geht es am Samstag?

Wir wollen unter dem Motto »22. September: Tag des Widerstands« über Faschismus und den aktuellen Neofaschismus sprechen. Wir wollen damit auch zur Versöhnung zwischen den verschiedenen politischen Lagern in Estland sowie zwischen Esten und Russen beitragen.

Was den Neofaschismus angeht, ist vor allem das jährliche Veteranentreffen der 20. Waffen-SS-Grenadier-Division in der Region Sinimaed berüchtigt …

Das ist ein europaweites Treffen von bis zu 2000 Faschisten. Da kommen aber nicht nur die Veteranen, zwei Drittel sind junge Leute aus neofaschistischen Bewegungen, sie kommen aus Norwegen, Holland, Belgien und den baltischen Staaten. Sie begrüßen sich dort mit »Heil Hitler«, verbreiten ant...

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