05.09.2012 / Inland / Seite 4

Ein Herz für Reiche

Kassenpatienten bei Vergabe von Spenderorganen gegenüber privat Versicherten benachteiligt. Grünen-Politiker verlangt Aufklärung von Gesundheitsminister Bahr

Ralf Wurzbacher
Daß Kassenpatienten in puncto medizinischer Versorgung gegenüber privat Versicherten den kürzeren ziehen, ist allgemein bekannt. Das, was jetzt als »Skandal erster Güte« daherkommt, ist deshalb nur folgerichtig. Auch bei der Vergabe von Organspenden haben Privatpatienten offenbar die besseren Karten. Nach Erkenntnissen des Grünen-Gesundheitsexperten Harald Terpe ist ihr Anteil an allen Transplantationen signifikant höher als ihre Quote auf den Wartelisten. Zuletzt waren Ende Juli Manipulationen bei der Zuteilung von Organen durch Ärzte an den Unikliniken in Göttingen und Regensburg aufgeflogen. Nun zeigt sich: Kriminelle Machenschaften gedeihen in einem Umfeld, in dem die Ungleichbehandlung System hat.

Der Verdacht, Privatpatienten könnten schneller und leichter an ein Spenderorgan kommen, steht schon länger im Raum. Bislang fehlten dafür allerdings handfeste Belege. Terpe von der Bundestagsfraktion der Grünen hat sich die August-Zahlen der Organvermittl...

Artikel-Länge: 3959 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe