25.08.2012 / Inland / Seite 5

Anweisung zum Grölen

Turbulente Buchvorstellung in der jW-Ladengalerie – es ging um angebliche Folter in der DDR

Gerd Feldkamp
Blamage? Entgleisung? Rüpelei? Gleich, welche Vokabel man für den Auftritt von Mitgliedern der »Vereinigung der Opfer des Stalinismus« (VOS) am Donnerstag abend in der jW-Ladengalerie auch wählt – sie haben deutlich gemacht, daß sie als ernstzunehmende Gesprächspartner endgültig ausfallen. Die Vorstellung des Buches »Drachentöter« von Herbert Kierstein hätte ihnen die Chance geboten, ihren Vorwurf zu untermauern, das DDR-Ministerium für Staatssicherheit (MfS) habe Häftlinge gefoltert.

Kierstein, als MfS-Oberstleutnant mit der Vernehmung von Häftlingen betraut, bot mehrfach an, alle Anwürfe zu diskutieren – aber nicht auf Basis von Unterstellungen und Stories vom Hörensagen, sondern anhand von Fakten. Dazu müsse ihm allerdings auch Einsicht in die bei der Stasi-Unterlagenbehörde archivierten Akten dieser tatsächlichen oder auch nur vermeintlichen Opfer gewährt werden – wozu allerdings bisher niemand bereit gewesen sei.

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