28.07.2012 / Ausland / Seite 8

»Wir leiden unter homophoben Ausfällen«

Imagepflege: Israel gilt als eine für Schwule und Lesben offene Gesellschaft. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Ein Gespräch mit Yossi Katan

Wladek Flakin
Yossi Katan ist ein Queer-Aktivist aus Israel

Am kommenden Montag organisieren Sie einen Workshop über »Homonationalismus« und »Pinkwashing« in Berlin-Kreuzberg. Was ist Homonationalismus?

In den letzten 20 Jahren versuchen sich Teile der Schwulenbewegung an den kapitalistischen und nationalistischen Mainstream anzupassen. Auch einige Regierungen stellen Offenheit für Lesben und Schwule als Teil der »westlichen Werte« dar. Das wird hauptsächlich von weißen, schwulen Männern unterstützt, die auf rassistische Art und Weise nicht-westliche Gesellschaften als rückständig und homophob präsentieren. Das ist praktisch ein Spiegelbild der Ideologie des Kolonialismus vor 100 Jahren – damals galt Homosexualität als rückständig, und die europäische Überlegenheit drückte sich in der tiefen Ablehnung gleichgeschlechtlicher Beziehungen aus.

Wie druckt sich Homonationalismus in der deutschen Außenpolitik aus?

Genauso, wie die militärische Intervention in Afghanist...

Artikel-Länge: 4177 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe