09.06.2012 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Tägliche Wachsamkeit ist Pflicht«

Gespräch mit Wolfgang Beutin. Über Realität und Fiktion sowie die Verfolgung eines marxistischen Literaturwissenschaftlers an der Hamburger Universität in den 70er Jahren

Alexander Bahar
Wolfgang Beutin (geb. 1934 in Bremen) ist Literaturwissenschaftler und Schriftsteller. In dem Roman »Das Hamburger Totengericht« verarbeitete er u. a. seine Auseinandersetzung mit dem gegen ihn verhängten Berufsverbot in den 1970er Jahren.

Ist es Zufall, daß der Protagonist Ihres Romans »Das Hamburger Totengericht« starke autobiographische Züge trägt? Mit den gegen ihn erhobenen und ähnlichen Vorwürfen, insbesondere dem Verdikt der »Parawissenschaftlichkeit«, wurden Sie schließlich auch über Jahre konfrontiert.

Die autobiographischen Züge sind beabsichtigt. Das Buch läßt sich auch als Lebensgeschichte des Autors lesen oder als ein Ausschnitt daraus. Das Verdikt der »Parawissenschaftlichkeit« wurde von seinen Gegnern eigens erfunden, um die Basis seiner Forschung und Lehre zu diskriminieren. Der Schmähbegriff stand für marxistische Literaturtheorie plus psychoanalytische Textuntersuchung.

Wissenschaftlicher Sprengstoff in den Augen Ihrer Gegner?

Im Buch wi...

Artikel-Länge: 19959 Zeichen

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