25.05.2012 / Thema / Seite 10

Vereint geplündert

Hintergrund. Rigoroser Ressourcenraub: Der »Extraktivismus« in Südamerika

Günter Pohl
Sieben der zehn wichtigsten Minera­lienlieferanten der Welt sind südamerikanische Länder. Der Ressourcenreichtum – Erdöl, Erdgas, Kohle, Silber, Gold, Edelsteine, Mineralien und Metalle aller Art – ist auch der Grund dafür, daß Südamerika die kapitalistischen Krisen seit 2008 zumindest nach makroökonomischen Daten relativ ungeschoren überstanden hat. Die anhaltend guten Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts vor allem der zentralen Andenstaaten Chile, Bolivien, Peru, Ecuador und Kolumbien ergeben sich in erster Linie aus der Förderung von festen Minenmaterialien. Venezuela dagegen erlöst das meiste aus dem Verkauf von Erdöl und -gas. Beim sogenannten Extraktivismus, einer allgemeinen Bezeichnung für die Förderung von Bodenschätzen durch Minen oder im Tagebau, wird zunächst zwischen festen und nichtfesten Stoffen unterschieden; peruanische Umwelt- und Menschenrechtler wie Ernesto de la Jara vom Institut für juristische Verteidigung (Instituto...

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