24.05.2012 / Feuilleton / Seite 12

Nicht naiv

Armut, Depravierung und Humor: Der Musiker John C. Barry malt Neukölln

Matthias Reichelt
Eine blonde kurzhaarige Frau mit tiefem Dekolleté hinter dem Tresen steht im Zentrum des Bildes. Ein lateinisches Tattoo ziert ihren rechten Arm: »Divide et Impera«. Eine Bordellszene aus Berlin-Neukölln. Ist sie real? Neben einer guten Vorstellungskraft besitze er ein fotografisches Gedächtnis, sagt John C. Barry. Gewerblicher Sex ist nichts für ihn, das Bordell in seiner Nachbarschaft hat er besucht, um dort ein Bier zu trinken.

Warum nur ein Talent nutzen, wenn man mindestens zwei ausleben kann – Barry brachte sich das Malen ebenso autodidaktisch bei, wie viele Jahre zuvor das Baßspiel, von dem er lebt. Mit der Band The Motown Lovers spielt er Klassiker der Rock- und Soulgeschichte. Er sei halt kein »Jeanstyp« meint er und fühle sich in Anzügen besser. Er wirkt tendenziell distinguiert und spricht in ruhigem und sonorem Ton. Er hat auch schon Hörbüchern und englischsprachigen Audioguides seine Stimme geliehen. Die Liste der Musiker, mit denen er...

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