12.05.2012 / Feuilleton / Seite 13

Gesichter ohne Glück

Vor 100 Jahren begann die »Forschungsreise des Afrikaners Lukanga Mukara ins innerste Deutschland«

Helmut Donat
Hans Paasche, Kolonial- und Marineoffizier, gehört zu den wenigen Deutschen, die schon vor dem Ersten Weltkrieg die Kultur der Afrikaner schätzten. In den Jahren 1909/10 unternahm er, begleitet von seiner jungen Frau, eine Expedition zu den Quellen des Nils. Unterwegs lernte er den Schwarzen Lukanga Mukara kennen. Er stammte von der Insel Kitara im Viktoriasee und war bei Ruoma, dem König von Kitara, als Dolmetscher, Erzähler und Gerichtsberater tätig. Die Beobachtungsgabe Lukangas und dessen Auffassung über das, was ihm Paasche über die europäische Kultur, die Gewohnheiten, Sitten und Gebräuche der Deutschen erzählten, gaben den Hintergrund ab für die »Briefe des Afrikaners Lukanga Mukara« – das populärste Werk Paasches. Im fiktiven Auftrag seines Königs wird der von der europäischen Zivilisation unberührte Lukanga auf eine »Forschungsreise ins innerste Deutschland« geschickt. Er hat die Aufgabe, seinem König mitzuteilen, wie die Weißen leben.

Der...

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