21.04.2012 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Ausmaß der Niederlage noch nicht begriffen«

Gespräch mit Kai Degenhardt. Über das totgesagte politische Lied, die Aufgaben einer linken Kultur und die Krise der Musikindustrie als Chance

Thomas Wagner
Kai Degenhardt (geb. 1964) ist Musiker. Seit 1987 arrangierte er die Lieder seines Vaters Franz Josef Degenhardt und begleitete ihn bei seinen Studioaufnahmen und Live-Konzerten auf der Gitarre. Seit 1997 veröffentlichte er fünf eigene Alben als Liedermacher.

Das linke politische Lied wurde in den vergangenen Jahren immer wieder totgesagt. Es heißt, die Wirklichkeit sei zu komplex, um sie in den Texten noch einfangen zu können. Außerdem habe die Demokratie über die mißratene Planwirtschaft gesiegt. Der Tod mehrerer namhafter Liedermacher der Gründergeneration, darunter der Ihres Vaters Franz Josef Degenhardt im November 2011, provozierte eine Reprise solcher Grabesreden. Wie haben Sie das wahrgenommen?

Diese Grabrede hat man schon oft gehört. Sie bezieht sich nicht nur auf das politische Lied, sondern letztlich auf alles, was man linke politische Kunst nennen könnte, also auf eine Ästhetik des Widerstands. Das wird für die Literatur genauso durchexerziert...

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