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18.04.2012 / Feuilleton / Seite 13

Es wird aufgerüstet

An der Deutschen Oper Berlin pendelt Wagners »Lohengrin« zwischen Comic und Krieg

Peer Schmitt
Schönheit und Idiotie, vielleicht ist das eine nur um den Preis des anderen zu haben. Richard Wagners »Lohengrin« wäre ein Beispiel dafür. Die Lächerlichkeiten, an denen »Lohengrin« so reich ist (zum Beispiel: von einem Schwan an Land gezogen, unterbricht ein Ritter eine doch recht todernste Gerichtsverhandlung), bieten sich letztlich dazu an, sich von der so sorgsam kalkulierten Überwältigungsschönheit nicht völlig kirre machen zu lassen.

Die Opium-Musik des berühmten Vorspiels, so traumhaft wie nur irgend­etwas, muß ihren Kontrast finden im Schwanenritterfirlefanz, in Waffengeklapper und Rekrutierungsmaßnahmen für die kommenden Schlachten. »Nach Deutschland sollen noch in fernsten Tagen / des Ostens Horden siegreich niemals ziehn«, lauten bekanntlich Lohengrins programmatische Abschiedsworte an König Heinrich I, der die Ungarn schließlich in der Schlacht bei Riade im Jahre 933 besiegte. Diese Schlacht ist zum Zeitpunkt der Handlung von »Lohengrin« noch...

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