04.04.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

»Das Problem sind nicht die Menschen«

Um von Krise und Austeritätspolitik abzulenken, wird in Griechenland verstärkt gegen Migranten mobil gemacht. Ein Gespräch mit Henri Madisi Kasongo und Thanassis Kourkoulas

Heike Schrader, Athen
Thanassis Kourkoulas ist ­Aktivist in der Initiative »Rassismus ­abschieben«. Henri Madisi Kasongo ist Vorsitzender der Organisation »Action Congo Hellas« und lebt seit den 80ern in Griechenland

Warum kommen Mi­granten nach Griechenland?

Henri Madisi Kasongo: Aus den bekannten wirtschaftlichen und politischen Gründen. Das Verhältnis der Einkommen in Afrika zu denen in Europa ist etwa eins zu 1000. Noch immer beuten die reichen Länder die armen aus. Wir wissen von Diktaturen, kennen die Verweigerung der Menschenrechte. Ich komme aus dem Kongo. Während wir hier zusammensitzen, sind dort sicherlich ein Dutzend Frauen Opfer von Vergewaltigung geworden. Die Regierungen dort werden von Kräften Nordeuropas eingesetzt und gestützt, die hinterher die illegale Einwanderung anprangern.

Illegale Einwanderung ist ein Problem für die Länder Europas, weil hier Menschen ankommen, auf deren Aufnahme wir nicht vorbereitet sind. Europa beschäftigt sich nur mit dieser Sicht...


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