24.03.2012 / Feuilleton / Seite 13

Sperma und Eierlikör

Interessante Literaturzeitschriften

Kai Pohl
Klar, nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Wer einen Blick wirft auf Bestsellerlisten, Blogstatistiken, Einschaltquoten, mag selbst entscheiden, ob das Ernstgenommene zugleich das Ernstzunehmende ist. Die medialen Triebwerke verbrauchen Aktualität in gesteigerten Dosen, um heute schon zu vergessen, was morgen passiert. Dagegen ist der Frühlingsanfang ein prima Zeitpunkt, um einige Hinterlassenschaften des literarischen Zeitschriftenwinters zu begutachten.

Die 27. Ausgabe der Risse titelt mit den Flüssigkeiten Blut, Wodka, Sperma, Kaffee. Das Sperma, man ahnt es, bezieht sich auf den Beitrag einer Frau: Gisela Perlet (1942–2010; Ritterin des Dannebrog-Ordens, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes). Der Wodka wiederum verweist auf Uwe Schloen und seine Kurzprosa, deren bestes Stück allerdings von Eierlikör handelt: »Dort treffen wir auf Lenka, und sie ist schon wieder in der Stimmung, daß sie ihre Gedärme spürt. (…) Wie soll sie das ga...

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