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19.03.2012 / Feuilleton / Seite 12

Musik zur Unzeit

Das B-Wort

Robert Miessner
Dem Bürger gehen die Freunde aus. Viele hat er in der Popkultur sowieso nicht gehabt: Filme wie Dennis Hoppers »Easy Rider«, Richard Brautigans Buch »Forellenfischen in Amerika« oder Alben wie »Crossing the Red Sea with The Adverts« sind nicht nur unbedingt zu empfehlen, weil sie einfach gut sind, sondern weil sie Konformismus und Materialismus abschwören. Der nicht- oder antibürgerliche Impetus hat Tradition in der Popmusik und läßt sich weit zurückverfolgen: Am zweiten Weihnachtsfeiertag des Jahres 1938 spielte der Bluesmusiker Lead Belly einen Song ein, den er »The Bourgeois Blues« nannte. Zu den rauhen Klängen seiner zwölfseitigen Gitarre sang er Zeilen wie »The home of the Brave / The land of the Free / I don’t wanna be mistreated by no bourgeoisie«.

Was war geschehen? Lead Belly und der Musikethnologe Alan Lomax (berühmt für seine Library-of-Congress-Aufnahmen US-amerikanischer und internationaler Folklore) wollten mit ihren Frauen in Washing...

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