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17.03.2012 / Feuilleton / Seite 12

Schuld und Schulden

Historischer Trivialismus: »Das Ende der SED« als Theater

Anja Röhl
Das Berliner Theater 89 bringt »Das Ende der SED« auf die Bühne, es ist sozusagen das Stück zum gleichnamigen Buch, das Hans Hermann Hertle und Gerd Rüdiger Stephan gerade herausgebracht haben. Es handelt sich um die Protokolle von Sitzungen des ZK der SED 1989.

Das Theater mit dem symbolträchtigen Namen gibt die »Spielfassung« dieser Protokolle an symbolträchtigem Ort: im Originalsitzungsaal des ZK, der sich im heutigen Bundesaußenministerium befindet. Wer dort hineinwill, muß durch eine Polizeikontrolle, die nicht zum Stück gehörte. Im Publikum sieht man mehrere hellgrau gekleidete Männer mit blutrosa gefärbten Köpfen sitzen, die im Laufe des Stückes gegen die auf hellgrau geschminkten Männer im Anzug auf dem Podium ausgetauscht werden.

Die im Programm namentlich genannten 20 ZK-Mitglieder werden von insgesamt neun Schauspielern abwechselnd, ohne Änderung von Kostüm und Frisur gespielt. Es ist nicht wichtig, wer was gesagt hat. Namen werden genannt, M...



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