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17.03.2012 / Feuilleton / Seite 13

Wie vor hundert Jahren

Fischige Kaufmannschaft, glückliche Lügen und ein altes Gefühl: »Erbarmen«, eine neue Novelle von Hermann Peter Piwitt

Jürgen Roth
Seit Jahren wird einer der größten Dichter dieses Landes, Hermann Peter Piwitt, von den Meinungskrautern geschnitten. Kommunist zu sein ist auch heute noch das übelste Stigma, das der Betrieb zu vergeben hat. Sich gehörig dumm machen zu lassen von den Verhältnissen und nicht schreiben zu können hingegen bieten die beste Gewähr, Einlaß zu finden in jene Blätter, die über die Vollmacht verfügen, Bedeutung zu stiften und Öffentlichkeit herzustellen.

In Piwitts neuem, um es kurz zu sagen: überwältigend schönen Buch, der Novelle »Erbarmen«, sinniert Henrik, der Liebhaber der Ich-Erzählerin, über Hamburg und spricht »von den letzten Fusseln von Bürobegrünung, auf die man sich was einbildete als die grünste Stadt der Republik, von der hochnäsigen und fischigen Kaufmannschaft und den wenigen Dichtern, die man hier in schöner Regelmäßigkeit zugrunde richtete«.

Wie es um eine Gesellschaft bestellt ist, läßt sich genau daran erkennen, wie die herrschende Klasse di...



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