06.03.2012 / Feuilleton / Seite 12

Wem gehört die Kunst?

Ein kurzer Essay zur 7. Biennale in den KW Berlin

Wolfgang Müller
Kann eine Kunst im Reich der offiziell ausgerufenen Freiheit links oder kritisch genannt werden, die schlicht Affekte mobilisiert, wie die von Biennaleleiter Artur Zmijewski und seiner drei Kokuratoren ausgewählte? Oder nutzt und bestätigt sie lediglich die Institution Kunst als Teil des Reiches lustiger freier Vielfalt – Affektkitzel inklusive?

Die Unterkomplexität der Biennalekunst in den Berliner Kunstwerken (KW) demonstriert anschaulich die performative Aktion »Deutschland schafft es ab« des Künstlers Martin Zet. An »Sammelstellen« wollte dieser etwa fünf Prozent der verkauften Auflage, also 60000 Exemplare des »Deutschland schafft sich ab«-Buches von Thilo Sarrazin einsammeln lassen und als Installation »recyclen«. Jürgen Kaube kommentierte in der FAZ: »Was am Installateur, der sich mitsamt seinem Sammelmilieu ungeheuer politisch vorkommt, aber am meisten erschreckt, ist die sagenhafte Dummheit dessen, der von Effekten redet, ohne zu sehen, we...

Artikel-Länge: 4532 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe