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22.02.2012 / Feuilleton / Seite 13

Kopulierende Restmenschen?

Eine Hamburger Ausstellung treibt Louise Bourgeois alles Politische aus

Falk Schreiber
Das ist Marketing: Zwei Wochen lang steht eine neun Meter große Spinne vor der Hamburger Kunsthalle und stimmt auf die Ausstellung »Louise Bourgeois. Passage dangereux« ein. Da mag Kunsthallen-Chef Hubertus Gassner noch so überzeugend betonen, daß das Ding für ihn eine Skulptur von eigenem künstlerischen Wert sei, die sein Museum immerhin einen fünfstelligen Betrag gekostet habe – ab dem Moment, an dem das Fachblatt Bild die Skulptur als »Hamburgs neues Haustier« adelte, drang kein kunsttheoretischer Diskurs mehr durch. Daß die Spinne die Skulptur »Maman« der vergangenes Jahr 98jährig verstorbenen französisch-amerikanischen Künstlerin Louise Bourgeois ist und das mütterliche Prinzip des kunstvollen Vernetzens repräsentieren soll, geht bei solch intellektuell anspruchsvoller Analyse unter. »Hamburgs neues Haustier«, naja.

Das Vernissagenpublikum jedenfalls schüttelte sich bei solcher Trivialisierung und Popularisierung einer doch recht spröden Kunst...

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