14.02.2012 / Inland / Seite 8

»Einschüchterung scheint wichtiges Motiv zu sein«

Spionagevorwürfe gegen in Berlin verhaftete Syrer sind absurd. Aktivisten sollen politisches Engagement ruhen lassen. Gespräch mit Christoph R. Hörstel

Rüdiger Göbel
Christoph R. Hörstel ist Regierungs- und Unternehmensberater, Publizist und Experte für Zentral- und Südasien, Nah- und Mittelost

In der vergangenen Woche hat der Generalbundesanwalt zwei »syrische Spione« in Berlin verhaften lassen. Es ist von vier weiteren Unterstützern die Rede. Wer wurde da festgenommen?

Die Namen aller sechs Beteiligten liegen mir vor – doch bitten diese darum, nicht namentlich genannt zu werden. Es handelt sich um einen Mitarbeiter der syrischen Botschaft ohne diplomatischen Status, eine Frau und vier weitere Männer, von denen einer als Spitzel deutscher Institutionen verdächtigt wird. Ein mir persönlich Unbekannter und der Botschaftsmitarbeiter sind noch in Haft. Es dreht sich bei allen fünf hauptsächlich um fähige Aktivisten für die Souveränität Syriens.

Die hiesigen Geheimdienste sollen die »Spione« schon seit Monaten observiert haben. Warum erfolgte die Verhaftung gerade jetzt?

Hier kann ich nur vermuten: Der hilflose Ärge...

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