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11.02.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Konzerne auf dem Sprung

Gipfel EU–Indien: Supermarktketten sollen Subkontinent aufrollen. Das würde traditionelle Handelsstrukturen vernichten und vor allem die ärmere Bevölkerung treffen

Gerhard Klas
Am Freitag trafen sich hochrangige Politiker der Europäi­schen Union und Indiens zum zwölften gemeinsamen Staatsgipfel in Neu- Delhi. Ursprünglich sollte bei dieser Gelegenheit das lange geplante Freihandelsabkommen zwischen beiden Wirtschaftsmächten verabschiedet werden. Dieser Vertrag soll unter anderem europäischen Supermarktketten Geschäfte in dem 1,2-Milliarden-Einwohner-Staat ermöglichen. Doch der Abschluß des 2007 angeschobenen Vorhabens mußte erneut vertagt werden, weil es bei der indischen Bevölkerung auf Ablehnung stößt. Unter anderem, weil der Einzelhandel in Indien nach einem anderen System funktioniert als der in den Industrieländern.

Straßenhändler bestimmen das Bild der Städte und Dörfer auf dem Subkontinent. Nur in der Landwirtschaft arbeiten mehr Menschen als im Einzelhandel. Etwa 35 Millionen Inder stehen mit ihren zweirädrigen Holzpritschen auf Plätzen und an Straßenrändern. Laut preisen sie ihre Waren an: Gemüse, Früchte, Haushaltswar...

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