25.01.2012 / Antifa / Seite 15

Extreme Hackordnung

David Wnendts Film »Kriegerin« zeigt das Gegen- und Miteinander rechtsextremer Frauen und die Schwierigkeit des Ausstiegs

Claudia Wangerin
Beim Prügeln und Saufen gibt sich Marisa alle Mühe, ihren männlichen Kameraden ebenbürtig zu sein. Ihr schmaler Körper ist mit tätowierten Nazisymbolen und einschlägigen Codes verunstaltet, im Ausschnitt ein Hakenkreuz nebst Adlerschwingen, »Aryan Skin Girl« auf dem Schulterblatt und »14 Words«, die Kurzform eines rassistischen Glaubenssatzes in Frakturschrift, auf dem Unterarm. Sie ist Anfang 20, wohnt noch bei ihrer Mutter und sitzt auch in deren Supermarkt an der Kasse – irgendwo an der Ostseeküste. Wenn sich Marisa weigert, einen Asylbewerber zu bedienen, sagt ihre Mutter schlicht »Geh mal eine rauchen«. Bloß keine Diskussion. Wenn die übermüdet aussehende Frau nicht von ihrer Tochter umarmt werden will, dann eher, weil diese gerade verschwitzt ist als wegen der Bekenntnisse auf deren Haut. Einen Großteil ihrer Erziehung hat Marisas Großvater übernommen – und dabei ideologisch so einiges angerichtet. Das Versagen der Eltern rechtsextremer ...

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