12.01.2012 / Inland / Seite 8

»Wutschnauben der Chefs war nicht zu übersehen«

Ein von der evangelischen Diakonie betriebenes Krankenhaus hat jetzt einen eigenen Haustarifvertrag. Gespräch mit Berno Schuckart-Witsch

Ralf Wurzbacher
Berno Schuckart-Witsch ist Projektsekretär für die Diakonie bei der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di

In dem von der Diakonie betriebenen Evangelischen Krankenhaus Oldenburg gilt neuerdings ein eigener Haustarifvertrag, den ver.di und der Marburger Bund Mitte Dezember mit der Klinikleitung ausgehandelt haben. Ist das schon der Anfang vom Ende des kirchlichen Sonderwegs in Personalangelegenheiten?

Zunächst folgendes: Das Wutschnauben der Diakonie-Chefs war nicht zu übersehen, als die Krankenhausleitung und der Aufsichtsrat in Oldenburg grünes Licht für Verhandlungen mit ver.di gaben. Auch jetzt, nach Abschluß eines sogenannten Vorschalttarifvertrages sprechen einige von »Nötigung« durch ver.di. Ich kann nur sagen: Respekt vor diesen Arbeitgebern, die eher die Interessen der arbeitenden Menschen in ihrem Krankenhaus im Blick haben und dem massiven Druck der Diakonie-Spitzen standgehalten haben.

Das ist nicht nur der erste Tarif­abschluß von ver.di mit eine...


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