09.01.2012 / Thema / Seite 10

Völkischer Thinktank

Geschichte. Vor 95 Jahren entstand mit dem Deutschen Ausland-Institut die einflußreichste Organisation für den Mißbrauch deutscher Minderheiten in aller Welt. Seit 1949 betreibt es als Institut für Auslandsbeziehungen wieder »Deutschtumsarbeit«

Martin Seckendorf
Am 10. Januar 1917 versammelten sich im Stuttgarter Linden-Museum etwa 150 Personen zu einer pompösen Veranstaltung. Frack und Uniform bestimmten das Bild. Vertreter des regierenden Hochadels im Reich und in den deutschen Bundesstaaten, des Finanzkapitals und hohe Militärs, begleitet von einigen Universitätsprofessoren, gründeten das »Museum und Institut zur Kunde des Auslanddeutschtums und zur Förderung deutscher Interessen im Ausland«.

Der deutsche Kaiser schickte eine Grußadresse (und eine ansehnliche Summe aus dem Reichshaushalt), der württembergische König übernahm die Schirmherrschaft. In den Ehrenausschuß traten der deutsche Kronprinz und die Chefs aller in den Bundesstaaten herrschenden Adelsfamilien. Den Ehrenvorsitz im Verwaltungsrat übernahm Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg. Mitglieder dieses Gre­miums wurden mehrere Reichsminister – u.a. die Kolonial-, Außen- und Innenminister – sowie Ressortchefs aller Bundesländer.

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