06.01.2012 / Ausland / Seite 7

Justiz für alle

Boliviens Präsident Evo Morales vereidigt per Stimmzettel gewählte Richter

Benjamin Beutler
Der Ort für die offizielle Vereidigung der 56 Richter hätte nicht besser ausgesucht sein können. Ausgerechnet im pompösen Kolonialgebäude des Obersten Gerichtshofes wagte Boliviens Justiz diese Woche den Neuanfang. »Die Rechtsprechung ist nicht für Leute mit Geld und Einfluß, das war früher«, richtete sich Staatschef Evo Morales in seiner Rede am Dienstag an die anwesenden Juristen, viele von ihnen Frauen sowie Aymara und Quechua, die indigene Mehrheit des Andenlandes. »Was Bolivien braucht, ist eine unabhängige und transparente Rechtsprechung, auch ihre Langsamkeit und Diskriminierung muß aufhören«, so der eindrückliche Appell des ersten indigenen Präsidenten des Andenlandes. »Die Justiz des kolonialen Staates, die sich den Parteien unterordnet und als korrupt bezichtigt wird, ist vorbei«, erklärte Morales. Zum ersten Mal in der modernen Geschichte der Demokratie hatten im Oktober letzten Jahres vier Millionen wahlberechtigte Bolivianer die Möglichkeit, ...

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