06.01.2012 / Inland / Seite 5

Freihändig beschuldigt

Ehemaliger jW-Redakteur soll einen Informanten an die Polizei verraten haben. Einen Beweis dafür gibt es bislang nicht, wohl aber Fakten, die dagegen sprechen

Jörn Boewe
Der Vorwurf wiegt schwer: Ein früherer Redakteur der jungen Welt soll unter Mißachtung des journalistisch gebotenen Quellenschutzes die Identität eines Informanten aus der Berliner Polizei aufgedeckt haben. Der Beamte, Polizeiobermeister Nils D., steht seit Mittwoch wegen Geheimnisverrats vor Gericht. Der heute 26jährige soll am 23. November 2009 die Bewohner eines besetzten Hauses in der Berliner Brunnenstraße vor der für den folgenden Tag geplanten Räumung gewarnt haben. »Morgen, am 24.11.09 wird euer Haus geräumt, ich bin Polizist und habe von der Räumung erfahren«, hieß es darin. Der anonyme Absender machte Angaben über die Zahl der eingesetzten Beamten und forderte die Bewohner auf, sich auf die Räumung vorzubereiten. Er sei Polizist, solidarisiere sich aber mit der linken Szene. Die Hausbesetzer leiteten die obskure Mail am 2. Dezember, eine Woche nach der erfolgten Räumung, mit der Bitte um weitere Recherche an den jW-Redakteur weiter. Die Besetzer...

Artikel-Länge: 4458 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe