Der Schwarze Kanal
Gegründet 1947 Dienstag, 20. August 2019, Nr. 192
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31.12.2011 / Wochenendbeilage / Seite 7 (Beilage)

Über Goethe und Lukács (5)

Reinhard Jellen
Indem Lukács’ kämpferische Ästhetik die beiden Extreme des L’art pour l’art und des Praktizismus vermeidet, stimmt sie mit Marx und Engels darin überein, daß von der Kunst keine direkte Veränderung der sozialökonomischen Realität zu erwarten ist, sondern eine direkte Veränderung des Bewußtseins darüber, daß eine direkte Veränderung der sozialökonomischen Realität erforderlich ist.« Das schreibt Elmar Treptow in »Aspekte zu Epikur, Lukács, Habermas« (München 1978, S.84). Und weiter: »Wenn der Kunst (…) die Rolle der unmittelbaren gesellschaftlichen Veränderung aufgebürdet wird anstelle der – wie Pablo Neruda es nennt – ›Sensibilisierung gegenüber den Unterdrückten‹, dann liegt die Konsequenz nahe, daß Frustration und Resignation sich einstellen und daß die Kunst – weil scheinbar ganz ohne Wirkung – für überflüssig gehalten wird.«

Dazu, wie der Mensch die »wirkliche Zerrissenheit des modernen L...

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