24.12.2011 / Geschichte / Seite 15

»Gott, vernichte ihn«

Thomas Manns Ansprache an die deutschen Hörer zur »Kriegsweihnacht« 1941

Kurt Pätzold
Vor 70 Jahren begingen die Deutschen die dritte Kriegsweihnacht. Die erste 1939, hatten sie als solche noch nicht recht wahrgenommen. Der Krieg im Osten, gegen Polen, war gewonnen, das Land erobert. Und wie es nun weitergehen werde, darüber existierten keine Vorstellungen, die sich an vergangene Bilder hätten heften können. 1940 war Frankreich überraschend schnell besiegt worden und Großbritannien der einzige verbliebene Kriegsgegner. Kaum jemand zweifelte, daß man mit dem noch fertigwerden würde. Nun, 1941, sah sich die Welt anders an. Die deutschen Soldaten waren als Besatzer verteilt vom Nordkap bis zu den griechischen Mittelmeerinseln. Ihre Hauptmasse fror vor Moskau und vor Leningrad und war, wie jüngste Nachrichten besagten, gar im Süden der Sowjetunion durch Gegenangriffe bei Charkow zurückgeschlagen worden. Das Kriegsende war den Deutschen vollkommen außer Sicht geraten. Und Hitler hatte in einer Ansprache am 11. Dezember, als er die Kriegserkläru...

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