21.12.2011 / Antifa / Seite 15

Rädelsführer

»Völlig dem Kommunismus und der KPD ergeben« – Karl Stiffel, Mitbegründer der Initiativgruppe zur Rehabilitierung der Opfer des Kalten Krieges. Ein Nachruf

Hans Daniel
Der Staatsanwalt bei der politischen Sonderstrafkammer des Landgerichts Lüneburg, Dr. von Lücken, hatte sich gut vorbereitet auf den Prozeß, in dem er vom 26. bis 28. Februar 1958 die Anklage zu vertreten hatte. Der am 31. Juli 1929 geborene Schlosser Karl Stiffel, Mitglied der KPD seit 1946, war Anfang Juli 1957 wegen Zuwiderhandlung gegen das KPD-Verbot vom 17. August 1956 in Tateinheit mit Geheimbündelei verhaftet worden. Das Gericht erkannte nach den Darlegungen des Staatsanwalts Stiffel als »Rädelsführer in einer verfassungsfeindlichen Vereinigung« und verurteilte ihn zu 18 Monaten Gefängnis. Von den acht Monaten U-Haft wurden nur vier Monate angerechnet. Gesamthaftzeit dauerte also 22 Monate.

Stiffel hatte keine Aussagen gemacht, keine Namen genannt. Was wiederum der Anklagevertreter nicht verwunderlich fand. Denn, so führte er bei der Antragsbegründung aus, schon der Vater sei in den 30er Jahren wegen Hochverrat zu einer Zuchthausstrafe verurteilt...

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