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20.12.2011 / Inland / Seite 5

Behörde gegen Behörde

Verfassungsschutz behinderte Polizei bei Fahndung. Beate Zschäpe womöglich nicht wegen Mordes belangbar

Sebastian Carlens
Der Thüringer Verfassungsschutz finanzierte den drei abgetauchten Mitgliedern des »Nationalsozialistischen Untergrundes« (NSU) Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt nicht nur falsche Pässe: die Geheimdienstler behinderten auch die Ermittlungen der Polizei gegen das neofaschistische Milieu des Bundeslandes. Der Nazifunktionär Tino Brandt, der bis zum Jahr 2001 unter dem Decknamen »Otto« für den Verfassungsschutz arbeitete, sei vom Inlandsgeheimdienst über die Observationsmaßnahmen der Polizei gegen ihn auf dem Laufenden gehalten worden, berichtete die Berliner Zeitung am Montag. Nach dem Gang der drei Jenaer Neonazis in den Untergrund im Februar 1998 hatten das Thüringer Landeskriminalamt (LKA) und das Erfurter Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) unabhängig voneinander Zielfahndungen eingeleitet. Das LfV habe seinen V-Mann Brandt über die Observationsmaßnahmen der Polizei auf dem Laufenden gehalten. Der Spitzel und Nazikader sei informiert worden, daß er aus ei...

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