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12.12.2011 / Feuilleton / Seite 12

Nommo und die Zwillinge

Eine Pariser Ausstellung über das Weltkulturerbe der afrikanischen Dogon in der Kunsthalle Bonn

Sabine Matthes
Als Mali 1960 unabhängig wurde, kam die Befreiung der Jugend wohl besonders durch Musik zum Ausdruck. Kolonialismus, Christentum und Islam hatten die Afrikaner ihrer Götter und Rituale beraubt und ihnen eine Art des Gebets gebracht, bei dem man sich Gott unterwerfen sollte, statt ihm im Tanz nahe zu kommen. Vor der Unabhängigkeit war die hauptsächlich muslimische Jugend in Malis Hauptstadt Bamako ohne Rhythmus, jetzt tanzte sie umso enthusiastischer, vor allem zu den Liedern von James Brown. Dessen Körpersprache war in den 60ern ein universeller Ausdruck neuen schwarzen Selbstbewußtseins. In Bamako posierten Mädchen in Malick Sidibés heute legendärem Fotostudio mit Browns »Live at the Apollo«-Album oder gaben ihren Vätern Schlafmittel, um sich nachts mit einem kurzen Rock unter der Tunika zum Tanzen davonzustehlen. James Brown war der Hohepriester eines Rituals, das denen ähnelte, die in der Volksgruppe der Dogon schon sehr viel länger zelebriert wurden. ...

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