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10.12.2011 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Die soziale Abrechnung ist wichtiger als eine Strafe«

Gespräch mit Cecília Coimbra. Über den Charakter der brasilianischen Diktatur und den heutigen Umgang von Staat und Gesellschaft mit deren Verbrechen

Erich Hackl, Rio de Janeiro
Cecília Coimbra war Geschichtslehrerin und Professorin für Psychologie an der Universidade Federal Fluminense in Rio de Janeiros Satellitenstadt Niterói. 1970 wurden sie und ihr Mann verhaftet und gefoltert. Sie ist Vorsitzende der brasilianischen Menschenrechtsbewegung »Tortura Nunca Mais« (»Nie wieder Folter«)

Im Gegensatz zum Nachbarland Argentinien, wo im Wochenrhythmus Repressoren der Militärjunta zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt werden, ist in Brasilien bis heute kein einziges Gerichtsverfahren gegen Handlanger oder Repräsentanten der Diktatur (1964 bis 1985) eröffnet worden. Geht es nach dem Willen der Medienkonzerne, der meisten Abgeordneten und der Stimmung unter der Bevölkerung, dann soll es auch in Zukunft so bleiben. Allerdings hat nach Zustimmung der Abgeordnetenkammer Ende Oktober auch der Senat der Einrichtung einer Wahrheitskommission zugestimmt, mit der – nach Darstellung von Staatspräsidentin Dilma Rousseff, die selbst ...

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