Gegründet 1947 Donnerstag, 17. Oktober 2019, Nr. 241
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10.12.2011 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

Über Goethe und Lukács (II)

Reinhard Jellen
Sowohl Lukács als auch Goethe messen der Kunst als Form menschlicher Subjektbildung zentrale Bedeutung bei. Die Kunst ist bei Lukács »die angemessenste und höchste Äußerungsweise des Selbstbewußtseins der Menschheit«. Für Goethe ist sie die komplexeste Aneignungsform und Nachahmung von Natur sowie deren entwicklungsgeschichtliche Fortsetzung. In Spiralen verlaufende Metamorphosenprozesse bewegen sich nach Goethe in einer bestimmten Stufenfolge (anorganisches, organisches Sein, menschliches Sein und Bewußtsein als eine Form potenzierter Natur) durchaus nicht unaristotelisch auf immer höhere Organisationsformen zu. Im Gegensatz zur deutschen Romantik begreift Goethe also den kreativen Prozeß nicht als Verzerren des Gegenstands nach Belieben des vermeintlich frei über dem Dargestellten schwebenden künstlerischen Subjekts oder als deduktives Ableiten aus abstrakten künstlerischen oder ideologischen Prinzipien, sondern als Entbindung und freie Hervorbringung d...

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