Gegründet 1947 Donnerstag, 17. Oktober 2019, Nr. 241
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10.12.2011 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

Stunde Null in Sewastopol

Die jW-Wochenendgeschichte. Teil 1

André Bergelt
Es muß der Abend des 27. Juni des Jahres 1905 gewesen sein. Die Wellen des Schwarzen Meeres brachen sich lautlos an den Kaimauern des nach Südwesten hin auslaufenden Hafens von Sewastopol. Die zaristische Flotte lag friedlich vor Anker. Hier und da hörte man Musik oder das Lachen von Matrosen. Fast so, als hätte es die blutig niedergeschlagenen Demonstrationen gegen Zar Nikolaus II. nie gegeben. Doch die Mannschaft des Linienschiffes ›Potemkin‹ hatte keinen der Toten vergessen. Lautlos und ohne die vorgeschriebene Beleuchtung steuerte Matrose Wakulintschuk, ein schnauzbärtiger Hüne mit hoher Stirn und wuchtigem Kinn, die ›Potemkin‹ durch den Hafen. Neben ihm stand Leutnant Schmidt, ein hagerer, kleingewachsener Mann mit wachen, leuchtenden Augen. Die beiden Männer schwiegen angespannt. Um Punkt 23 Uhr richtete die ›Potemkin‹ ihre Kanonen gegen die eigenen Streitkräfte!«

Ich fixiere meine beiden Zuhörer, schlage m...

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