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09.12.2011 / Inland / Seite 8

»Wer nicht spurt, kann vor die Tür gesetzt werden«

Die Essener Sozialfirma Stellwerk GmbH feuerte eine Sozialarbeiterin, die einen Betriebsrat gründen wollte. Ein Gespräch mit Karin Beutler

Benjamin Hennig
Karin Beutler ist Sozialarbeiterin und Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

Nachdem Sie gemeinsam mit Kollegen die Gründung eines Betriebsrates beschlossen hatten, wurden Sie von der Geschäftsführung der freien Kinder- und Jugendhilfe Stellwerk GmbH in Essen gekündigt. Warum?

Die Kündigung wurde mit Formfehlern bei Abrechnungen, beruflichen Mails vom Privat-Account und mit Verspätungen begründet. Eine Abmahnung gab es vorher nicht – ebenso wie für mich selbst ist dieser Rausschmiß für die Mehrheit der Belegschaft ein Schlag ins Gesicht. Jetzt weiß jeder: Wer nicht spurt, kann vor die Tür gesetzt werden.

Zehn Festangestellte – Sozialarbeiter, Pädagogen und Familientherapeuten – hatten sich mehrmals in meiner Wohnung getroffen. Zuerst gründeten wir eine Interessengemeinschaft und einigten uns dann auf die Gründung eines Betriebsrates. Der nächste Schritt wäre die Benennung eines Wahlvorsta...


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