03.12.2011 / Inland / Seite 4

Große Ente, kleines Dementi

Generalbundesanwalt sieht keine Indizien für Anschlagspläne Irans gegen US-Militärbasen. Wie Bild die Kriegshysterie schürt

Knut Mellenthin
Der Krieg gegen Iran kommt näher: Die Lügen werden schriller und ihre Verfallszeiten kürzer. Was gestern Schlagzeile war, ist morgen schon wieder aus den Blättern verschwunden. Allen voran marschiert die Bild-Zeitung, deren Verhältnis zur Wahrheit und zum professionellen Journalismus ständig unangenehm auffällt.

Deren Schlagzeile am Donnerstag: »Iran plant Anschläge in Deutschland«. Die Einleitungssätze des Artikels: »Der Iran plant offenbar, US-Streitkräfte auf deutschem Boden anzugreifen. Das geht aus einem Beschluß des Ermittlungsrichters beim Bundesgerichtshof hervor, der Bild vorliegt.«

Das beliebte Wort »offenbar« hat im Mainstream-Journalismus einen seltsamen Bedeutungswandel durchgemacht: Als ob sie niemals richtig Deutsch gelernt hätten, verwenden viele Kollegen es standardmäßig, um völlig unbewiesene, keineswegs evidente Behauptungen oder bloße Gerüchte aufzuwerten. Im aktuellen Fall geht es um ein Ermittlungsverfahren – Bild kennt natür...



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